Die bewusste Gesangskunst - Ein bisschen Singen lernen ist wie ein bisschen schwanger sein - Persönliche Gedanken zum Thema Gesang und Stimme Teil 2 - GESANGSUNTERRICHT KEMPTEN - ALLGÄU

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Die bewusste Gesangskunst - Ein bisschen Singen lernen ist wie ein bisschen schwanger sein

Herausgegeben von Sassy Bernert in Gesang · 22/5/2018 12:58:48
                                                           
Gesangskunst
Wenn man von dem Begriff Gesangskunst in Bezug auf die 'alte Musik' einmal absieht, bedeutet er für mich vor allem unser Instrument (Körper, Geist und unser Gefühlsleben) unter den gegebenen Umständen zu den gewünschten Konditionen auf gesunde Weise zum klingen bringen zu können. Auch die stimmliche Leistung bewusst abzurufen, willentlich nach Belieben zu verändern, je nach Genre frei schwingende, getragene Töne zu produzieren und seine Register zu kennen und diese mühelos einzusetzen, gehört für mich dazu. Lieder musikalisch hochwertig zu erarbeiten, sich dabei der eigenen Palette der gewünschten und erforderlichen Emotionen zu bedienen und aus seinen Erfahrungen zu schöpfen und eine eigene Interpretation daraus zu machen, sowie diese vor Publikum vorzutragen, rundet das Paket für mich, auf die Kuerze gebracht, ab.

Ein bisschen Singen lernen ist wie ein bisschen schwanger sein
Mal schnell ein bisschen (besser) Singen lernen, ist der Wunsch vieler. Wenn man seinen eigenen Gesang ganz gleich auf welchem Level man sich befindet, verbessern möchte, benötigt das jedoch immer Zeit und Geduld, Lust und Leidenschaft, Freude und Spaß an der Arbeit. Einer Arbeit mit- und an sich selbst. Singen lernen ist ein Prozess, der intensiv oder weniger intensiv praktiziert werden kann und somit nicht nur für hauptberufliche Sänger|innen, sondern auch für Hobby- und semi professionelle Singende bestens geeignet ist. Der Weg, unter Berücksichtigung des Leistungsstandes, des Einsatzes, der persönlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten und des gesetzten Ziels, (was immer und auf jeder Stufe so sein sollte) ist identisch.

Die Frage ist: lerne ich mein Instrument kennen (können) oder lerne ich es nicht kennen (können)?! 

Interessant: Talent spielt hierbei keine Rolle, denn Talent ist etwas Naturgegebenes. Bewusstsein für den Körper zu erlangen und ihn abrufbar bedienen zu lernen, ist das Resultat langjähriger Erfahrung und intensiver Arbeit. Für Beginner, Fortgeschrittene und Profis gleichermaßen.

Der Prozess des sich selbst Bewusst werden
Viele von uns haben verlernt auf den Körper zu hören, ihn zu spüren, wahrzunehmen, was er braucht, was ihm gut tut und was nicht. Wir möchten ihn hören, ohne ihn zu überhören. Auf diesen neuen Kontakt mit sich selbst reagieren die Menschen völlig unterschiedlich. Eines ist gewiss: die Arbeit und Konfrontation mit sich selbst bewegt! Sie ist faszinierend, gehaltvoll, anstrengend und großartig. Ebenso ist sie heilsam, aufbauend und in meinen Augen von dringender Notwendigkeit*, auch für 'nicht Singende'. Der Prozess bringt uns Selbstbewusstsein. Dieses Bewusstsein geht weit über den Gesangsunterricht hinaus, nämlich in den Alltag. Aufgesetztes 'Selbstbewusstsein' wird entlarvt und durch echtes Bewusstsein ersetzt. Sich seiner selbst Bewusst zu sein, ist etwas verwurzeltes, beständiges und bildet die Basis, das 'Standing', welches den Sänger/die Sängerin trägt. Bewusstsein ist aber auch etwas, das sich ständig erweitert und in Bewegung ist. DAS Bewusstsein schlechthin gibt es so gesehen also nicht.

*Dringend notwendig deshalb, weil bei zu vielen Menschen sogar ursprüngliche Mechanismen in unserem Alltag nicht mehr 'funktionieren', bzw. nicht bewusst 'geholt' werden können, wie beispielsweise die Atmung. Nachts arbeitet der Körper automatisch, was er im Alltag ebenso würde, wenn wir ihm Gelegenheit dazu geben und die Voraussetzung dafür schaffen.

Eure Sassy 



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